Moin Peter,
zu der HDZ-Dose von Kathrein kann ich Dir nur meine persönliche Einschätzung geben (alles blanke Theorie).
Die Konstruktion von der HDZ haut mich nicht vom Hocker und ich bin da etwas skeptisch, was die Dauerdichtigkeit nach einigen Jahren auf dem Dach so angeht. Die Kabel werden ja lediglich in die Eingangsöffnung eingelegt und der Deckel presst dann die Gumimdichtung gegen das Kabel (dabei auf den vorgegebenen Kabel-Durchmesser achten!). Diese Durchdringung hat dann ein gewisses Maß an Wasserdichtigkeit - oder auch nicht. Eine etwaige Korrektur ist nicht mehr möglich, Bei einem Schraubnippel hilft vielleicht noch eine viertel Umdrehung zusätzlich, um die Gummidichtung vollständig gegen das Kabel zu pressen. Bei Materialschrumpf über die Jahre kann man dann vielleicht auch noch mal etwas nachziehen, wenn erforderlich. Wenn da etwas undicht ist oder wird, hilft nur Dekalin oder Sikaflex.
Die Dose hat laut Montageanleitung nur die Schutzklasse IP55 (Dichtigkeit gegenüber einem Wasserstrahl, wie er aus aus einem Wasserhahn kommt). Das wäre mir persönlich zu wenig und ich würde auf Nummer-Sicher gehen und etwas in IP67/IP68 aussuchen. Richtig Wasserdicht auch unter Druck.
Die serienmäßige Montage mit den eingelegten SAT-Kabeln versteh ich auch nicht so recht. Die kritische Seite mit den Kabeln zeigt und Fahrtrichtung. Bei einer Autobahnfahrt im Regen drückt der Fahrtwind alles vorhandene Wasser durch die kleinste Lücke in die Dose. In vielen Tutorials wird immer darauf hingewiesen, bei Dachdurchführungen die Kabel auf der windabgewandten Seite (seemännisch: nach Lee) nach hinten aus der Dose kommen zu lassen - und die Kabel dann in einer Schlaufe weiter nach vorne auf das Dach zu führen. Vielleicht hält die davorliegende SAT-Schüssel ja einen Großteil der Wind- und Wasserladung bei der Fahrt ab. Hat mich jedenfalls gewundert.
Kathrein schließt ja eine anderweitige Nutzung der HDZ mit weiteren Kabeln, wie z.B. Solar , bereits aus. Warum? Haben die so wenig Vertrauen in Ihre Konstruktion?
Die Dose hat keine zusätzliche Sicherung gegen eindringendes Wasser. Der zweigeteilte Gummistopfen (mit den drei Löchern für die Kabel) wird Wasser, das bereits in die Dose gewandert ist, nicht davon abhalten, weiter nach innen Richtung Aufbau zu wandern. Ob Du in den Gummistopfen noch zusätzliche Löcher reinbohrst, macht dann eigentlich auch keinen Unterschied mehr. Ein in die Bohrung (ich meine den eigentlichen Wanddurchbruch durch das GFK-Sandwich) dicht eingeklebtes Rohrstück mit höherstehenden Rand staut eine gewisse Menge Wasser auf dem Dach auf und verhindert, dass dann die Schwerkraft den Rest erledigt.
Bei der Montage unserer 250Wp-Anlage auf dem Dach hat WCS diese HDZ-Dose jedenfalls nicht genutzt und lieber ihr Haus-und-Hof-Fabrikat neu gesetzt. Ich habe auch erst später hier im Forum gelesen, dass die HDZ-Dose theoretisch noch zusätzliche Einführungsmöglichkeiten für ein Solarkabel bietet. Da hatte ich mich ein bisschen über mich selber geärgert, denn der kritische Punkt mit dem Loch im Dach wäre ja bereits erledigt gewesen und man hätte für ein kleineres Budget die Anlage auch in Eigenleistung montieren können. Je mehr ich aber dieses Kathrein-System auf mich wirken lasse, umso skeptischer werde ich, ob das auch alles so dicht bleibt. Das Gute daran ist, man kann den Deckel lösen und erkennt womöglich anhand von Ablaufspuren und Wasserkränzen in der Dose, dass da etwas feucht ist oder war. Und von Innen kommt man beim V65GE ja auch gut an das Loch. Einfach die obere Deckelblende im Hängeschrank abschrauben und nachschauen. Das werde ich dann wohl auch ab und an mal machen, wenn unsere Fahrzeug aus der 5-Jahre-Dichtigkeitsgaratie raus ist..
Vielleicht stellst Du nochmal eine Anfrage in einem neuen Thread in Forum, wie die konkreten Erfahrungen mit der HDZ-Dose über die Jahre sind. Vielleicht hat ja schon ein Kollege seine praktischen "Solarkabel-durch-die-HDZ-Dose"-Erfahrungen und kann berichten.