Kroatien im September 2024

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Feiertag?
  • Der heutige Morgen dann unspektakulär: Bob steht noch, sieht aber mit seiner Piniennadelpannade aus wie ein kastenförmiges Wollmammut.


    Die von mir sträflicherweise draußen gelassene Möblierung ist vom Wind in einem Umkreis von mehreren Metern verteilt, nass und unsagbar dreckig. Selber schuld. Vor dem Morgenkaffee, den wir aufgrund des Zustandes unserer Klappsessel im Stehen genießen durften, war Aufräumen und sonnentrocknen angesagt. Wir haben uns deshalb auf unser SUP gesetzt (lag unterm Bob), sind erstmal eine Runde durch die Bucht gepaddelt und haben so einiges aufgesammelt, was von den Schiffen verloren ging, unter anderem ein einzelner Flipflop und eine Hölzerne Verschlussklappe einer Plicht.

  • Das habe ich mir sofort in meinen Terminkalender notiert, das ich die nächste Folge nicht vergesse, wenn es wieder heißt:

    "Überleben im Angesicht des Sturms" ;)


    Und dann der heutige Morgen unspektakulär. :(


    Hatte mir schon ausgemalt:

    Steuermann, der unerschrockene Wohnmobil-Kapitän, steht vor seinem nächsten großen Abenteuer. :)

    Mit einer Hand am Steuer und der anderen fest um eine Rolle Dichtungsband gewickelt, ist er bereit, sich den stürmischen Herausforderungen zu stellen. Wird er es schaffen, die undichten Stellen zu bändigen, bevor sein treuer Gefährte "Bob" sich in ein U-Boot verwandelt?


    Gruß Erich

  • Da habe ich die literarische Latte wohl etwas zu hoch gesetzt :whistling:


    Ganz so abenteuerlich und dramatisch geht es zum Glück nicht weiter. Da auch für den gestrigen Tag noch der Durchzug eines weiteren Gewitters angekündigt war, haben wir Markise und Co. dringelassen und sind mit dem Roller in die Altstadt von Korcula gefahren. Wie bereits erwähnt, gibt es dort unter anderem ein Marco Polo Museum. Nach einer Recherche hierzu im Internet haben wir uns gegen den Besuch entschieden:

    1. Marco Polo ist in Venedig geboren und ebenda gestorben. Genaueres weiß man nicht, allein in Venedig gibt es sechs Häuser, die sich mit dem Titel Geburtshaus Marco Polo schmücken. Seine Vorfahren stammen eventuell aus Dalmatien, hier werden Sibenik und eben Korcula benannt. Das das Museum dort sich als MP´s Geburtshaus ausgibt, ist also eher eine steile These, als ein Fakt. Der Name Polo geht übrigens auf das lateinische Paulus zurück, dass war mir neu.


    2. Aufgrund des oben gesagten hat das Museum deshalb auch keinerlei echte Artefakte, Urkunden oder überhaupt Gegenstände zu präsentieren, die nachweislich aus Marco Polos Besitz stammen.


    3. Im Museum selbst werden einzelne Stationen seiner Reise zu Kublai Khan anhand von Puppen dargestellt, die zeitgenössische Kleidung tragen sollen. Dazu gibt es einen Audioguide, der über diese Reise berichtet. Insgesamt eher auf Märchenwald-Niveau.


    4. Der überwiegende Teil des Museums ist ein Shop, in welchem Marco Polo Devotionalien der üblichen Machart feilgeboten werden.


    Fazit: geht man mit Kindern unter 14 Jahren dahin, ist das vermutlich unterhaltsam und nett gemacht, falls man einen Regentag überbrücken möchte. Für jemanden, der sich ernsthaft für Geschichte und für Marco Polos Reise und sein Leben interessiert, ist das eher nichts. Der Eintritt kostet derzeit 8 Euro.

  • Statt also unser Geld für fragwürdige kulturelle Lustbarkeiten zu verprassen, haben wir lieber in handfeste, lukullische Köstlichkeiten investiert :saint: .


    Wir waren erst in einer Bar an der Stadtmauer. Oder, genauer gesagt, auf einer Bar, denn diese liegt oben zwischen den Schiess-Scharten auf einem der Wehrtürme. Man muss erst durch den Turm steigen und dann eine wirklich enge Holzleiter hoch, bis man oben ist. Dort empfängt einen ein fantastischer Rundblick über Stadt und Bucht, sowie eine freundliche Stewardess, welche die bestellten Drinks mit einem Seilaufzug nach oben zieht. Die Bar heißt Massimo. Wenn man das mit Maximum übersetzt, hat man auch einen Hinweis auf die Preisstruktur =O. Aber es lohnt sich :!:

  • Hallo Steuermann.


    Es wäre schön, wenn die Reise im September in Kroatien für immer andauern könnte.

    Nun habt ihr auch noch die Chance wahrgenommen, ein gastronomisches Abenteuer in luftiger Höhe über der Stadt zu erleben. :thumbup: ;)


    Gruß Erich

  • Moin, Erich,


    leider nicht für immer, aber doch noch ein paar Tage…


    Nach den Drinks sind wir ins Lole gegangen und haben lecker gegessen, wir hatten eine gemischte Fisch- und Meeresfrüchteplatte, sowie eine Platte mit zwei Jahre gereiftem, kroatischem Schinken. Dazu selbstgebackenes Brot. Der Wein dazu war ein weißer Grk, ein hiesiger Wein. Passte alles hervorragend zusammen. Preise für Korcula-Verhältnisse moderat. Der Inhaber, welcher uns bediente, war ein Einheimischer, der allerdings 6 Jahre in Schleswig Holstein gelebt hat. Er sprach perfekt deutsch und da noch nicht so viel los war, konnten wir uns nett unterhalten.


    Das Lole findet Ihr, wenn ihr die Promenade am Osthafen nach links oben verlasst Richtung Oberstadt/Kirche.

  • Heute war unser letzter Tag hier im Port 9, morgen wollen wir zum CP Mindel in der Nähe von Vela Luka am Nordende der Insel Korcula.


    Da heute schönes Wetter angesagt war, haben wir uns gestern Abend Tickets für die Schnellfähre auf die Insel Mljet besorgt. Wir wollten den Teil des Nationalparks erwandern, in dem sich die beiden Binnen-Salzwasserseen Veliko und Malo Jezero befinden , der große und kleine See.


    Es gibt mittlerweile nur noch die Katamaran Schnellfähren, man ist von Korcula aus in 40 Minuten da. Wir wären lieber mit einem alten Schiff gefahren, um vielleicht unterwegs noch Delphine zu sehen, aber beides gibt es nicht mehr. Obwohl, bei unserer Bootstour habe ich noch einen Delphin außerhalb von Lumbarda Hafen gesehen. Egal.


    Die Personen Fähre nach Mljet kostet pro Person 40,- hin und zurück. Wichtig: wenn ihr in den Nationalpark wollt, müsst ihr die Fähre nach dem Hafen Pomena nehmen. Es werden von den Fähren auch noch andere Häfen auf Mljet bedient, die sind aber sehr weit weg vom Park, Mljet ist groß! Auf den Katamaranen ist draußen drangeschrieben, welche Route sie fahren, diese haben als Ausgangs- und Endpunkt jeweils Split und Dubrovnik, nur die angefahrenen Inseln unterscheiden sich ( Brac, Hvar, Mljet, etc). Also aufgepasst, wo ihr einsteigt. Das Schiffspersonal ist traditionell unfreundlich, hilft aber dennoch bei Fragen weiter.


  • In Pomena angekommen, strebt man dann Richtung Nationalpark, der nur 5 Minuten entfernt ist, aber Halt! Man muss ein Ticket lösen, um den Park betreten zu dürfen! Macht nochmal 25,- Euronen pro Nase :cursing:


    Das stand in keinem der Reisebeiträge, die wir vorher studiert hatten, oder wir haben es überlesen :rolleyes:


    Bevor ich mich aber angemessen echauffieren konnte, erläuterte die sehr freundliche Ticket-Dealerin, dass dieser Betrag nicht nur den Eintritt beinhaltet, sondern auch die Erlaubnis, jederzeit und überall zu baden, ein Fahrrad zu leihen, wenn einem die Füße schwer werden und vor allem, die kleinen Elektrofähren zu nutzen, welche diverse Anlegestationen auf dem großen See ansteuern. Das macht die Sache wieder akzeptabel, finde ich.

  • Man kann um beide Seen herumwandern, oder mit dem Minifähren abkürzen. Diese fahren auch auf die Insel Sveti Maria, eine ehemalige Benediktinerabtei mit der ältesten romanischen Kirche in Kroatien. Allein diese winzige Insel ist ein solches Kleinod, dass der Besuch ein absolutes Muss ist.

  • Nochmal der Hinweis, dass man tatsächlich an allen diesen Plätzen nicht nur verweilen, sondern auch schwimmen gehen darf. Wir haben noch einen anstrengenden Abstecher in eine der Ortschaften oberhalb des Sees gemacht, um zur alten Kapelle Sveti Nikolai zu kommen.

  • Ich könnte noch Dutzende Fotos posten, um meine Begeisterung zu demonstrieren, will aber nicht Spoilern. Fahrt selber hin, ihr werdet es nicht bereuen. Ein Traum und jeden Cent wert. :love: :love: :love:


    Die Rückfahrt mit der Fähre um 17:10h pünktlich und unspektakulär, nachdem wir den kleinen See noch einmal über die andere Uferseite über einen sehr steinigen Weg umrundeten.

  • So, nach einem Tag Sendepause wegen nicht vorhandenem WLAN, jetzt zusammengefasst der weitere Reisebericht. Wir sind gestern nach dem Frühstück von Port 9 aufgebrochen, nachdem wir dort ausgecheckt haben. Sehr erfreulich: für 5 ÜN auf dem wirklich schönen Platz haben wir EUR 154,50 bezahlt, also 30,- pro Nacht für Womo und zwei Leute inkl. Strom, V+E.


    Ich kann über den Platz nur Positives berichten. Zwei Dinge, die man verbessern könnte:

    1. die Sanitäranlagen sind zwar prinzipiell sauber, aber doch recht alt und abgenutzt. Da wäre mal ein makeover fällig.

    2. der Zugang zum Grauwasserablass und zur Frischwasserversorgung liegt so ungünstig, dass man das mit einem Womo über 6 Meter vergessen kann.

  • Nach einer knappen Stunde Fahrt sind wir gestern Mittag dann an unserem letzten Platz auf Korcula angekommen, Camp Mindel oberhalb von Vela Luka. Man muss durch die Altstadt und den alten Hafen fahren, das ist recht eng, zumal wenn viel Verkehr ist. Dann noch der Strasse auf den Inselzipfel folgen, das Camp ist hier bereits ausgeschildert. Straße auch hier bei Gegenverkehr eng! Dann geht es rechts rein bis vor ein grünes Gattertor, dort sitzt der Platzeigner im Schatten unter Olivenbäumen und freut sich auch über unser unangemeldetes Kommen. Er schaut sich unseren Bob an und entscheidet dann fachmännisch, wo der noch hinpassen könnte ;) .


    Von ihm eingewiesen, hat das auch geklappt:

  • Der Platz liegt auf dem Höhenrücken der Inselspitze, zu den Stränden geht es bergabwärts, teilweise ca. 300 Meter, teilweise 1 Kilometer. Das sollte man bei 30 Grad im Schatten nur dann zu Fuß machen, wenn man den Weg kennt. Das haben wir versucht und wollten zu dem Strand, welcher sich rechter Hand unterhalb des Camps befindet. Der sah von oben zwar recht klein, aber auch recht schnuckelig aus. Problem: das gesamte, U-förmige Steilufer ist mit Privathäusern und Fewos gepflastert, mithin wohl ein Privatstrand, zu dem wir (und Andere) keinen öffentlichen Zugang gefunden haben.


    Also zurück und die Maolette, unseren treuen Chinaroller abgeladen, aufgesattelt und zweiter Versuch. Am Ende der Straße, die hier zeitweise nur noch ein Schotterweg ist, befindet sich ein - sagen wir mal grosszügig- Parkplatz. Autos kommen hier auch nicht weiter, wir mit unserem Roller und mangelnder Gesetzestreue aber schon. Also das Technikerzeugnis aus Shenzeng den steinigen Uferweg durch den Wald runtergequält, bis es wirklich nicht mehr ging. Nach 20 Metern aus dem Wald steht man vor einem der (optisch) schönsten Strände, den wir bisher gesehen haben.

  • Der Strand hört auf den merkwürdigen Namen Martina Bok. Ein sehr kleines Schildchen im Gehölz weist darauf hin.


    Die Strände in Kroatien sind ja allgemein recht steinig, dieser ist da allerdings noch mal eine andere Liga. Felsig trifft es wohl eher. Die Quanten des Autors im obigen Bild sollten als Hinweis gelten, dass ihr hier unbedingt Strandschuhe braucht, bis ihr im Wasser seid. Dort dann allerdings auch keine Seeigel :)

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