Hallo Roland,
ich habe mich da bisher nicht eingeschaltet, weil es bereits einige Kommentare gab.
Mir erscheint das alles aber ein wenig kompliziert bzw um die Ecke gedacht.
1.
Verfügt der Elektroblock über einen Mess-Shunt, sodass er im Display die tatsächlichen Ampere anzeigt? Also was an Strom entnommen und was zugefügt wird?
Wenn ja, dann weiter mit 2.
Wenn nicht, dann weiter mit 3.
2. mit Mess-Shunt
Das Minus/Massekabel des Ladereglers darf nicht direkt an die Batterie, sondern muss nach dem Mess-Shunt angeschlossen werden. Üblicherweise liegt dieser zwischen negativem Batteriepol und Ebl. Heißt, Du kannst Dir also irgendwo Masse „suchen“. Aber es ist natürlich sinnvoll, die Leitung an einem Masseverteiler für den Aufbau/Wohnraum anzuschließen. Denn dieser wird dann auch nach einem Mess-Shunt liegen.
Das Pluskabel des Ladereglers kann direkt an der Batterie angeschlossen werden.
3. ohne Mess-Shunt
Sowohl Plus- als auch Massekabel des Ladereglers können direkt an die Batterie angeschlossen werden.
4.
Grundsätzlich immer einen Sicherungsblock in die Plusleitung setzen. Ich empfehle hier Sicherungsautomaten. Die Kapazität sollte 5-10 Ampere über dem maximalen Ladestrom des Solarreglers liegen. Kosten um 20€ und können gleichzeitig als Ein-/Ausschalter verwendet werden.
5. Vorbereitung für zukünftige Verbraucher:
Sammelschienen im klassischen Sinne sind sehr groß und leider unten nicht ganz geschlossen. Kurzschlüsse durch Kontakt mit der Sammelschiene sind vorprogrammiert.
Wenn Du eine Vorbereitung für spätere Anschlüsse installieren möchtest, dann auf der Plusseite gleich als Verteiler mit entsprechenden Sicherungen.
Es gibt Versionen, welche sowohl Anschlüsse für Plus-, als auch für Minusleitungen beinhalten.
Hier die Kabelstärken für Plus/Minus beachten. Die maximale zukünftige Belastung ist ausschlaggebend.
6.
Grundsätzlich die Plusleitung nach dem Hauptschalter setzen, oder falls man da nicht drankommt, einen zweiten Hauptschalter für den zusätzlichen Verteiler setzen.
7.
Du hast geschrieben, dass Du vor den Hauptschalter gehen möchtest. Wenn alles aber zukünftig ausgeschaltet sein soll, dann musst Du den Verteiler nach dem Hauptschalter setzen. Und bitte keine „Brücken“ bauen. Strom fließt von jedem Punkt und wenn Du den Strom am Hauptschalter abnehmen oder zuführen möchtest, dann kannst du an der Verschraubung ein Kabel mit entsprechender Ringhülse aufsetzen.
An den originalen Hauptschalter sollte man aber nicht unbedingt gehen.
Ich empfehle bei nachträglichen Versorgungsleitungen immer einen Anschluss direkt an der Batterie. Mit entsprechender zusätzlichen Hauptsicherung (Sicherungsautomat mind. 40A), vernünftigem Kabelquerschnitt (hierfür gibt es Berechnungsbeispiele im Netz) und dem in 5 geschilderten Verteiler.
Auch hier gilt, dass das Massekabel erst nach dem Mess-Shunt angeschlossen wird, wenn ein solcher verbaut ist. Ansonsten kann das Massekabel direkt an die Verbraucherbatterie.
8.
Du solltest Dir im Vorfeld Deines Umbaus darüber im Klaren sein, was Du zukünftig noch alles versorgen möchtest.
Wenn zB noch ein Wechselrichter dazukommen sollte, dann müssen die Leitungen definitiv von Batterie und Masse über einen weiteren Verteiler laufen und bereits bis dort, mindestens 32mm2 Stärke aufweisen. Die Zuleitung zum originalen Hauptschalter ist dafür nicht ausgelegt.
Von dort dann an den in 5 beschriebenen Verteiler mit dem 40A Sicherungsautomaten dazwischen.
9.
Und ja, ich weiß. Deine Frage wird lauten, wohin mit den ganzen Kabeln.
Aber mit elektrischen Anschlüssen und Geräten im Wohnmobil „spielt man nicht“.
Zu viele rollende Träume sind durch Bastelarbeiten in Schutt und Asche gelegt worden. Eine schlechte Verbindung, zu dünne oder falsch gecrimpte Kabel sind eine potentielle Quelle für Kabelbrände. Was man leider immer wieder sieht, sind einfach Ringösen ohne Schutz. Und auch die mit Schutz sind häufig durch das Crimpen aufgebrochen. Daher bitte immer mit Schrumpfschläuchen bis zum eigentlichen Ring arbeiten. Kostet fast nix aber vermeidet Kurzschlüsse.
Die Stromstärken werden sehr häufig völlig unterschätzt, weil es sich ja „nur um 12V handelt“. Aber das ist ein sehr gefährlicher Trugschluss.
Wenn man so etwas machen möchte, dann lieber an einer Ecke im Staukasten ein wenig Platz schaffen, als unter dem Fahrer- oder Beifahrersitz ein unübersichtliches und schwer zugängliches Kabel-Wirrwarr zu generieren.
Bei Fragen bitte einfach den Post weiterführen.
Gruß
Olaf