Durch´s wilde Korsistan

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Feiertag?
  • Wir haben heute doch noch einmal die Maolette gesattelt und sind vom CP gerade hoch gefahren nach Santa Maria Pogghio, die kleine, alte, kurvige D71 wird zur D330. Der Ort ist sehr original, keine Geschäfte, keine Touristenstände, nix außer der obligatorischen Kirche und den Häusern, die wie an den Fels geklebt erscheinen. Die perfekte Filmkulisse für „der Pate“.


    Die Straße wird danach noch schmaler, die Bäume 🌳 noch tiefer, schließlich kommt man an einen ersten Tunnel, den vermutlich jemand vor 150 Jahren mit dem Handmeissel aus dem Fels geschlagen hat.


    Danach erreicht man Cascade de L´Ucelluline, einen sehr schönen Wasserfall, von dem ich Euch Bilder zeigen würde, wenn das WLAN hier einen Download erlauben würde, tut es aber nicht.


    Weiter geht die wilde Fahrt durch den nächsten Tunnel, der ist ein wenig größer, aber mit dem Womo oder Van ist man ja schon am ersten gescheitert :whistling:


    Wir haben die Tour im Berg-Café a Reghijna unterbrochen und bei sensationeller Aussicht ein Petit dejeuner eingenommen.


    Danach wurde die 🛵 Bergwertung noch bis San Niculao fortgesetzt, immer am Kamm entlang und immer so, dass die beste Ehefrau von allen schön den Abgrund auf der rechten Seite sehen konnte :saint:


    Es folgte die Abfahrt über die Serpentinen bis runter nach Cervione, da die Maolette eine Rollen- Variomatik hat, iss nix mit Motorbremse :!:


    Also immer schön abwechselnd vorne und hinten anbremsen und nicht zu schnell werden, sonst 🔥 und 💥.


    Hat aber alles geklappt, die Maolette ist schon wieder verladen und wird diesen Urlaub nicht mehr benötigt. Die Scheiben und Beläge schaue ich mir zuhause mal an :whistling:


    Auf dem Rückweg noch bei Auchan eingekauft, die haben auch eine heiße Theke, aus der wir ein anständiges Poulet Roti gefingert und am Bob noch warm mit frischem Baguette 🥖 genossen haben. Es lebe Fronggreisch :!:


    Den Rest des Tages- wie eigentlich geplant- am Strand verbracht, einen ersten Belohnungs-Campari gesäuselt und für 19:00h haben wir einen Tisch bestellt bei Le San Carlu, ist ein sehr gut bewertetes Restaurant eine Straße weiter links vom CP. Es ist Freitag, es wird Fisch geben, oh, ja!

  • Hier stattdessen noch mal zwei schöne Sonnenaufgangsbilder von unserem letzten Tag auf Korsika.

    Den eigentlichen Aufgang haben wir um knapp zehn Minuten verpennt :sleeping: :whistling:


    Als Nachtrag noch, dass der gestrige Besuch im San Carlu sehr nett war. Da wir recht früh waren und zu dieser Zeit ein rechter Korse noch nicht Essen geht, hatten wir freie Platzwahl und haben uns für einen erhöht stehenden Tisch in der sog. VIP Lounge entschieden. Ein Mezzolitro des korsischen Rosé hat den Anfang gemacht, dann ein sehr gut angemachter Salade Cruidite, als Fang des Tages gab es einen Thon Rouge mit lecker Beilagen. Die beste Ehefrau von allen hatte ein Pavé vom Lachs mit Muscheln, auch sehr gut.


    Einen Nachtisch haben wir verschmäht- auch aufgrund des Mittags bereits inhalierten Hähnchens, siehe vorheriges Kapitel ;)

    Ich merke gerade, dass der Reisebericht mehr und mehr zu einer Gourmet-Kritik degeneriert. Zeit, Schluss zu machen :/


    Also: Restaurant ganz klare Empfehlung. Der Laden hat einen Michelin Stern, trotzdem sind der Padrone und das Personal ausgesprochen freundlich, der Koch versteht sein Handwerk, alles prima. Wir haben für zwei Personen inklusive Getränke und Tip 90,- Euro bezahlt. Nicht billig, aber den Preis wert, finde ich. Und durchaus vergleichbar mit einem Restaurant Besuch in good old Germany.


    Gleich wird abgetakelt, dann nochmal ins Wasser, Frühstück und ab Richtung Fähre. :)

  • Wir sind auf dem unspektakulären Rückweg, Fährverladung vorgestern in Bastia hat reibungslos funktioniert, wenn man mal davon absieht, dass die elektronische Ausschilderung für die Wartebereiche der verschiedenen Schiffe eigenwillig ist. Wir waren so früh da, weil die befürchteten Staus auf der Uferstraße nach Bastia letztlich doch nicht so viel Zeit gekostet hatten. Deshalb im Hafen links auf eine Zufahrtspur gestellt, auf der auch schon andere standen und dann noch einen kleinen Stadtbummel durch das Hafenviertel gemacht. Lohnt nicht wirklich, aber man kann noch einkaufen oder etwas essen, Kaffee trinken, Souvenirs kaufen, alles fussläufig.


    Dann in die kryptisch zugewiesene Schlange eingeordnet und Digga und seine Besatzung wiedergetroffen! Die Welt ist klein und Korsika ganz besonders :D


    Dirk und Nica waren auch nicht ganz sicher, ob Digga in der richtigen Reihe steht nach Livorno. Hat sich aber alles zum Guten gewendet, soweit wir das nach dem Boarding sehen konnten.


    Auf der Fahrt nach Savona wurde es im Laufe des Nachmittages schon langsam kühler, nicht jedoch im abgestellten Bob: als wir zum Ausschiffen einstiegen, traf uns die korsische Wärme mit voller Wucht. Erstaunlich, wie gut so ein Womo von Innen nach außen isoliert ;)

  • Spät Abends, aber planmäßig in Savona angekommen. Ebenso planmäßig hatten wir gehofft, auf dem Stellplatz an der Hafenpromenade in Vado Ligure unterzukommen, auf dem wir auch auf dem Hinweg gestanden haben. Das hat aber leider nicht geklappt, dieser war komplett ausgebucht. Und zwar nicht nur mit Durchreisenden, welche am nächsten Morgen auf die Fähre wollen, sondern auch mit italienischen Campern, die von diesem Stellplatz aus offenbar einen kurzen Strandurlaub (?). Muss man mögen, jeder Jeck ist anders ?(


    Für uns hieß das: es geht langsam auf Mitternacht zu und wir haben noch keinen Stellplatz :sleeping:. Weiterfahren Richtung Mailand oder Turin war keine echte Option, beide waren zu müde. Es ist doch erstaunlich, wie fertig man nach so einer „Seefahrt „ ist, obwohl man eigentlich nix getan hat.


    Wir hatten aber bei Verlassen der Fähre auf der rechten Seite einen größeren Parkplatz gesehen, der hauptsächlich von LKW genutzt wurde. Vermutlich warten diese dort über Nacht auf Ihre Verladung. Der Platz strahlt die Geborgenheit und Wärme eines Schlachthaus-Hinterhofs in Duisburg Marxloh aus, mit entsprechender Begeisterung und nur minimal eingeschränktem Sicherheitsgefühl haben wir den kleinen Bob zwischen zwei seiner großen Brüder gezwängt, alle Schlösser von Innen betätigt und eine Flasche Rotwein an den Hals gesetzt :whistling: :evil: :rolleyes:.

  • So standen wir nun zwischen einem Kühlilaster mit laufendem Aggregat auf der einen Seite und einem turmhoch mit stinkendem Schrott beladenen Zarrochel auf der anderen. :|


    Wider Erwarten wurden wir nicht überfallen, ausgeraubt, angezündet oder von Kannibalen in großen Kesseln gekocht! Die beste Ehefrau von allen hat nach eigenen Angaben mit Hilfe von Ohrenstöpseln und einer halben Schlaftablette eine gute Nacht verbracht, der Schreiberling selbst hat zwar auch etwas geschlafen, wurde dabei jedoch von übelsten Alpträumen geplagt, in denen er Missetäter mit dem vorhandenen Küchenbesteck massakrieren musste, die sich durch die Hekis ins Womo-Innere abseilten. Details erspare ich euch, vermutlich hatte der eine oder die andere schon mal ähnliche Visionen unterwegs 8|


    Nach diesem eingebildeten Grauen graute dann tatsächlich nur der Sonntagmorgen, die Cafés auf der anderen Straßenseite hatten noch nicht geöffnet, also Espresso auf eigener Gasflamme mit der guten, alten, italienischen Alu-Kanne und dann ab in die Berge 🏔️ oberhalb Savonas, grobe Richtung Bellinzona und Chiasso.

  • Wir sind gestern spätnachmittags bei einsetzendem Regen bis nach Colmar gefahren, dort auf den Aire du Colmar. Es gibt zwei gleichen Namens und direkt nebeneinander. Der eine ist „nur parking“ für Womo, der andere „plus recreation“ in der Marina auf der anderen Straßenseite. Dort - und nur dort - gibt es sanitäre Anlagen. Auf dem „nur parking“ müsst ihr bei der Einfahrt an einem Automaten ein Ticket ziehen an der Schranke. Leider sind die Automaten so hirnlos Designt und aufgestellt, dass ihr auf jeden Fall aussteigen müsst. Da es stark regnete, habe ich natürlich die beste Ehefrau von allen vor die Tür geschickt - ein echter Gentleman eben, vom Scheitel bis zur Braue.


    Es gibt großzügige Stellplätze, Grauwasser Entsorgung und 3 Münzwaschmaschinen. Frischwasser habe ich nicht gesucht. Obwohl mitten in der City, steht man sehr ruhig. Da es ständig weiter geregnet hat, haben wir nach drei Wochen zum ersten Mal den 📺 eingeschaltet und Leichtathletik geschaut, die Antenne braucht unter den Bäumen einige Zeit, bis ein Satellit gefunden wird, dann aber alle deutschen Programme in einwandfreier Qualität.


    Aufgrund des Schietwedders und dem Umstand, dass wir Colmar schon kennen, gibt’s an dieser Stelle keine Stadtführung für euch. 8o

  • Durch Dauerregen sind wir zurück nach Hause, haben aber zum Frühstück einen Zwischenstopp beim Bäcker Becker in Edenkoben eingelegt. Liegt nicht weit von der BAB und lohnt sich sehr. Großer Parkplatz, auf den auch einige Womos passen, tolle, selbstgebackene Brote, man sieht in der gläsernen Backstube, wie die hergestellt werden und voluminöse Frühstücke und belegte Brote.


    Nach dieser letztmaligen, kulinarischen Exkursion die verbliebenen 3 Stunden nach Hause abgeritten, mittlerweile regnet es hier im Westen auch nicht mehr. Wir konnten also abtakeln und ausladen.


    Ein Fazit in Stichpunkten (natürlich sehr subjektiv):

    - eine Insel, die sich für Womos unbedingt lohnt!

    - Kosten für Sprit, Maut und Fähre läppern sich, aber was soll’s

    - ein Roller oder E-Bikes sind vor Ort das perfekte Verkehrsmittel

    - normale Fahrräder eher nicht, es sei denn, man hat Oberschenkel wie Jan Ullrich, denn:

    - alle interessanten Sachen liegen „oben“. Und die Bergstrecken und Serpentinen haben es in sich! Bleibt man nur in Strandnähe, ist das kein Thema.

    - wir waren überrascht, wie gering die Entfernung zwischen den einzelnen Zielen war- auch im Vergleich mit Sardinien. Wir waren bei keiner Etappe mehr als zwei Stunden unterwegs.

    - alle Strassen mit dem blauen T sind mühelos zu befahren. Auch die wesentlich kleineren, gelben D Strassen kann man mit größeren Womos noch unter die Räder nehmen. Das haben wir unfreiwillig ausprobiert, als Sygic uns von hinten über den Berg von Ospedale nach Porto Vecchio auf den CP Arutoli gelotst hat.

    - ist das Straßenschild dagegen weiß, heißt das Finger weg für alles, was länger als 6 Meter und höher als 2,5 ist. Leider gilt das für viele Straßen nördlich Ajaccio und Calvi. Die ganze Nordwestliche Region von Korsika sparen wir uns für den nächsten Besuch auf - dann mit vorbereiteter Streckenplanung.

    - wir haben tatsächlich zahlreiche, zerschossene Straßenschilder gesehen, wenn diese zweisprachig waren. Und auch viele Graffiti, die auf rege Untergrund Aktivitäten hindeuten. Aber nirgendwo sind wir als Touristen unfreundlich behandelt oder nur schräg angeguckt worden. Im Gegenteil, alle Einheimischen waren ausgesprochen freundlich und höflich, auch, wenn wir ihnen kein Geld brachten.

    - Es macht viel aus, wenn man zumindest versucht, mit ein paar Brocken französisch, oder italienisch zu starten, das ist der Türöffner schlechthin, denn englisch wird zwar zum Teil verstanden, ist aber unbeliebt. Gelingt es einem, Ortsnamen und Ähnliches korsisch auszusprechen, fliegen einem die Herzen zu. Faustregel: ersetze jedes zweite A durch ein U und lege ein weiteres U davor, schon sind die meisten Ortsnamen und Lokale gefunden ;)



    Damit soll es mit dem gar nicht so wilden Korsistan sein Ende haben, ich hoffe, ihr habt ein bisschen Spaß gehabt beim Lesen, zu gegebener Zeit werde ich mal bekannt geben, in welche Richtung die nächsten Planungen gehen 8)


    Sonnige Grüße aus dem herbsttrüben Rheinland sendet


    Der Steuermann

  • Danke Steuermann!

    Korsika steht bei mir auch zum dritten Mal wieder auf dem Wunschzettel. Meine bessere Hälfte möchte aber kommendes Jahr erst noch einmal nach Schottland. Vielleicht wirkt auch noch das Korsika-Trauma unserer ersten Reise nach. Wir sind die Insel links herum gefahren und sie saß gefühlt dauernd über dem Abgrund. Unser Hobby ist ja etwas kleiner, ich hatte mit den kleinen Straßen im Landesinneren keine wirklichen Probleme. Das ist aber mittlerweile 8 Jahre her.

    Hobby 600/650 BJ 1995
    2,5TDi cat nachgerüstet

  • Da sind wir auch durch... Meine Frau ist mit dem Hund vorher ausgestiegen, sie wollte nicht dabei sein, wenn ich stecken bleibe =O

    Hobby 600/650 BJ 1995
    2,5TDi cat nachgerüstet

    Einmal editiert, zuletzt von gundi ()

  • Moin, Gundi, ja, das ist L´Ucelluline am Wasserfall. Da kann ich Deine bessere Hälfte gut verstehen. Auf die Idee, da mit dem Womo durchzufahren, wäre ich nicht gekommen 8)


    Habe schon bei der Durchfahrt mit dem Roller instinktiv den Kopf eingezogen...


    Also Chapeau! Muss man sich trauen ;)


    Was aber hättest Du bei Gegenverkehr gemacht? 8|


    Beste Grüße

    Steuermann

  • Hallo zusammen.

    Für uns geht es das nächste Jahr auch zum 6-7mal nach Korsika.

    Als Tipp - wir fahren immer gegen den Uhrzeigersinn, da ich sonst Angst habe an den Bergüberhängen / Sträucher dran zu kommen.

    Alles andere hat der Steuermann super geschildert.

    Gruß
    Conny und Werner


    Hobby Optima de luxe T70E - 4500KG max. Gesamtgewicht / HA 2600KG - VA 2300KG

  • Hallo Steuermann, die Durchfahrt war in einem Womo-Führer beschrieben, da dachte ich, wird schon gehen. Es war auch sehr wenig Verkehr und wenn, wäre einer rückwärts gefahren. Ich sicher nicht freiwillig.

    Unser Hobby hat aber auch keinen Alkoven.

    Gegen den Uhrzeiger hat meine Frau rigoros beim zweiten Mal abgelehnt. Und wenn die bessere Hälfte den ganzen Urlaub unentspannt ist, ist doch nicht schön.

    Gruß Matthias

    Hobby 600/650 BJ 1995
    2,5TDi cat nachgerüstet

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