Kann man eine LiFePo4 Batterie eigentlich auch als Starterbatterie verwenden, bei entsprechender Peripherie?

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  • Hallo zusammen!


    Ich hatte vorhin regen Kontakt mit einem netten Camper. Wir haben uns über eine Umrüstung von Blei- auf Litium- Akku unterhalten. Dabei kam die Frage auf, ob es Sinn machen würde, auch die Starterbatterie zu tauschen gegen eine LiFePo4. Als Vorteil sehe ich zumindest eine nicht unwichtige Gewichtsersparnis, u.a. . Vielleicht ist die Frage sehr laienhaft gestellt, sorry. Aber dann würde ich mich über eine Aufklärung freuen.😊


    VG, Frank

    Hobby Toskana 615 GLFC, 2009, 130 PS

  • Hallo Frank,

    kann man machen, muss man aber nicht. Starter- und Aufbaubatterien haben völlig unterschiedliche Aufgaben.


    Die Starterbatterie ist wie ein Feuerzeug: Sie liefert extrem hohe Ströme in sehr kurzer Zeit, hat einen ausgesprochen niedrigen Innenwiderstand und ist genau für diese kurzen, kräftigen Startvorgänge gebaut.

    Die Aufbaubatterie dagegen ist eher wie eine Kerze: Sie soll über lange Zeit gleichmäßig Energie abgeben, viele Ladezyklen vertragen und auch tiefere Entladungen wegstecken.

    Eine LiFePO₄ ist die perfekte „Kerze“, aber kein ideales „Feuerzeug“.

    Sie kann zwar starten aber nur, wenn das Fahrzeug dafür ausgelegt ist. Viele Lichtmaschinen und Batteriemanagementsysteme sind nicht auf LiFePO₄ als Starterbatterie abgestimmt. Dazu kommen höhere Kosten und kaum praktischer Nutzen, außer etwas Gewichtsersparnis.

    Darum setzen die meisten Camper LiFePO₄ nur im Aufbau ein und lassen die Starterbatterie als Blei- oder AGM-Version drin.

    Gruß Erich

  • Hallo Frank

    Ich habe in meinem Optima de Lux T65GE wegen Gewichtsreduzierung auf empfehlung meiner Kundendienstwerkstatt vor 3Jahren für den Aufbau eine 100AH Lithium und vor 2 Jahren zum Starten eine 65AH Lithium einbauen lassen und bin damit voll zufrieden. Mein Werkstattmeister hat das gleiche WOMO mit gleichen Batterien.

    Gruß Günter

    Seit Juli 2016 Hobby OPTIMA de Luxe T65 GE
    davor ca 1,5 Jahre Hobby T600 FC

  • Hallo Günter,

    sehr spannend, dass ihr beide mit der 65‑Ah‑LiFePO als Starterbatterie gute Erfahrungen macht. Für die technische Einordnung hätte ich eine kurze Rückfrage:

    Welches spezifische 65‑Ah‑LiFePO‑Modell wurde als Starterbatterie verbaut?

    Gerade im Hinblick auf das thermische Verhalten bei subzero‑Bedingungen (also Temperaturen unter 0 °C, bei denen der Innenwiderstand der Zellen stark ansteigt und Lithium‑Plating begünstigt wird) wäre relevant zu wissen, ob die Batterie über ein Low‑Temperature‑BMS mit definierten Lade‑ und Entladeschwellen verfügt oder ob zusätzlich eine aktive Zelltemperierung (integrierte Heizmatte mit BMS‑gesteuerter Zuschaltung) implementiert ist. Die beiden Systeme unterscheiden sich ja deutlich hinsichtlich Ladefreigabe, Zellschutz und Wintertauglichkeit.

    Falls du den genauen Typ nennen kannst, lässt sich das Verhalten bei Frost deutlich besser einordnen.

    Gruß Erich

  • Hallo zusammen!


    Ich hatte vorhin regen Kontakt mit einem netten Camper. Wir haben uns über eine Umrüstung von Blei- auf Litium- Akku unterhalten. Dabei kam die Frage auf, ob es Sinn machen würde, auch die Starterbatterie zu tauschen gegen eine LiFePo4. Als Vorteil sehe ich zumindest eine nicht unwichtige Gewichtsersparnis, u.a. . Vielleicht ist die Frage sehr laienhaft gestellt, sorry. Aber dann würde ich mich über eine Aufklärung freuen.😊


    VG, Frank

    Hallo Frank,

    ganz klares nein!!

    Der Batteriekasten vom Fahrzeug hat kein Isolierung, daher wird der Akku unter Null Grad nicht mehr geladen. (Außer: Man verwendet ein selbstheizenden Akku)

    Der Lithium Akku ist nicht als STARTER Batterie konzipiert und die höhere Belastung beim Anlassen wird sie nicht lange überstehen. Weil: Die Akkus geben "lieber lange Energie ab, als kurz und viel.


    Wenn ein Batterie Management vorhanden ist (intelligente Lichtmaschine) dann muss entweder die Bordelektronik angepasst werden, für die Ladekurve.


    Die Kabel für die Batterie müssen u.U. ausgetauscht und vergrößert werden, weil die Lithium in der Lage ist, mit einer sehr hohen Ladung (Ampere) Energie aufzunehmen.

    Selbst bei Neufahrzeugen, setzt man auf die bewährte AGM Technologie bei STARTER Batterien. Warum wohl?

    Ich würde das auf keinen Fall umrüsten, auch wenn das hier schon mal gemacht wurde.

    Die Lithium-Batterie muss übrigens für Kraftfahrzeuge zugelassen sein.
    ECE-R10 (EMV)

    Viele Grüße! Thomas

    Hobby Maxia Van ET

    Geht nicht, gibt´s nicht.

    Nachgerüstet: Dimmbare Außenbeleuchtung, Gasdruckdämpfer Bettgestell, CAN-Bus-Alarm, Solar, Booster, DC-DC Wandler, Victron Cerbo mit Touch Display, 1600VA Wechselrichter, 2x100A Lithium (mit Heizung), Autom. Abwasserventil mit Kamera und Funk, Android Auto PC, LED Kennzeichenbeleuchtung, LED-Scheinwerfer, LTE mit WLAN, SmartTV, 18Zoll Borbet, SOG, Victron, Alcantara Lenkrad

  • Normale Lifpo4 Akku schaffen nicht den hohen Startstrom.

    Die neue Bultron Starter 55Ah schon.

    Sie hat einen Kältestartstrom von 1400A.

    Meine AGM schaft gerade 1100A.

    Sie wiegt nur 6kg aber kostet leider 469,-

  • Endlich jemand der die LiFePo Starterbatterie getestet hat.

    Da mein Womo Zu Ostern verkauft wird, nicht mehr so interessant für mich. Aber für viele andere unter 3,5 Tonnen bestimmt.

    Was auch super ist, das sich die Starterbatterie dann auch nichtmehr selbst entlädt und man sich die Batteriepflege weitgehend sparen kann.

    Der Preis der Bulltron ist auch garnicht mehr so schlimm.

    Grüße aus dem Rheingau-Taunus-Kreis oder von unterwegs im Hobby
    Optima Ontour A60 gf.

  • Hallo Allerseits,

    Ich hätte da eine Frage dazu. Muss die Lima bzw die übrigen Elektronik des Autos dann eine Schutzbeschaltung bekommen wegen evtl auftretender Spannungsspitzen wenn das BMS der Batterie plötzlich abschaltet weil die Batterie voll ist oder macht die Batterie das?


    Gruß Ingo

  • Hallo Frank,


    wenn du noch den Hobby Toskana 615 GLFC, 2009, 130 PS fährst wird dieser ja wohl noch keine intelligente Lichtmaschine gehabt haben. Damit solltest du durchgehend eine Ladespannung zwischen 13,8 - 14,1V haben. Das ist für Lifepo4 nicht ideal sollte aber gehen.


    Laden bei Minustemperaturen ist ja nun auch schon möglich wenn die Lifepo4 Akkus Heizmatten haben.


    Meiner Meinung nach sollte das aufgrund der fehlenden intelligenten Lichtmaschine funktionieren wenn die Akkus dafür explizit gebaut sind.

    Standard-LifePo4 würde ich dafür allerdings nicht nutzen.


    Worüber ich mir aber tatsächlich sorgen machen würde:

    Lifepo4 Akkus haben einen sehr geringen Innenwiderstand und arbeiten mit sehr hohen Ladeströmen. Das führt dazu das bei einer leeren Lifepo4 deine Lichtmaschine lange mit maximaler Leistung belastet wird und das BMS der Lifepo4 unter Umständen wegen zu hohem Ladestrom abschaltet.


    LG Kurt

    Optima Ontour Editon V65GQ 2020

  • Hallo Allerseits,

    Ich hätte da eine Frage dazu. Muss die Lima bzw die übrigen Elektronik des Autos dann eine Schutzbeschaltung bekommen wegen evtl auftretender Spannungsspitzen wenn das BMS der Batterie plötzlich abschaltet weil die Batterie voll ist oder macht die Batterie das?


    Gruß Ingo

    Hallo Ingo,


    die Lifepo4 schaltet nicht ab. Bei der anliegenden Spannung von 13,8 - 14,1V wird sie auch nie voll. Eine AGM wird ja auch irgendwann voll und kann keine Leistung mehr aufnehmen. Ich denke auch das die ganzen Verbraucher im Fahrzeug reichen um der Lichtmaschine eine Grundlast zu geben.

    Abklemmen der Lichtmaschine und betreiben ohne jeglichen Verbraucher wäre allerdings tödlich.


    LG Kurt

    Optima Ontour Editon V65GQ 2020

  • Moin Thomas,

    ich habe deinen Beitrag aufmerksam gelesen, ich sehe das genauso, Finger weg, als auch den Gedanken daran da etwas zu ändern, die Konstrukteure werden sich dabei schon etwas gedacht haben. Ich denke das die "Komponenten" darauf

    abgestimmt sind. Mit meinem, dafür begrenzten technischen Verstand, ich habe noch nie davon gehört, das man die Starterbatterie-Umrüstung von Werk aus anbietet, oder jemand eine Umrüstung anbietet. Im Übrigen, ich, also ich, würde nie auf den Gedanken kommen, das in irgend einer Weise in Erwägung zu ziehen, eher eine zweite Aufbaubatterie. Mal abgesehen von der Gewichtsersparung, mir keine Argumente einfallen, warum das sonst für ein Vorteil wäre. Fehlende Isolation, das wäre bestimmt kein Ding, ich kann mir nicht vorstellen, das es damit erledigt wäre. Ich denke auch, das der Preisunterschied zwischen beiden Batterietypen auch nicht ohne ist. Ich denke auch, das bei "Edelwohnmobil-Ausbauern" kein Thema ist, ist mir jedenfalls noch nicht zu Ohren gekommen. Aber vielleicht ist das ein Thema für WCS in Goch, Götz heisst der glaube ich, der meckert zwar immer viel rum, sehr gewöhnungsbedürftig, aber der müsste es wissen, so schätze ich ihn wenigstens ein.

    Also mir erschliesst sich diese Thematik nicht, auch nicht die Notwendigkeit des Umrüstens, aber das muss ich zugeben, ich habe auch schon manche Dinge umgerüstet, wo ich mir letztendlich gesagt habe, wofür und warum, was hat es mir letztendlich gebracht. Meine Antwort......das hat der, das will ich auch haben, na ja manchmal setzt da die Logik aus, bei mir jedenfalls, aber die Frage muss ich mir dann letztendlich selbst beantworten. Wie war das noch : "Es möge ein jeder nach seiner Fasson selig werden" oder so ähnlich. :/

    In dem Sinne einen fröhlichen Tag wünsche ich aus dem Sauerland

    Erich

  • Moin nochmal, fehlt eigentlich nur noch die Bemerkung, das fällt ja wohl nicht ins Gewicht, je nachdem wie man es betrachtet…….. das war ein Scherz!!!!!!!!!!

    Gruß Erich 😎🌲🌲🌲

  • Hallo Casi66,

    irgendwas ist da faul bei der Bulltron Starterbatterie.

    Der LiFePo4 Akku darf nicht unter 0 Grad Celsius geladen werden. Auf der Seite von Bulltron steht, das es sich um diese Lithium Technologie handeln soll. Das ist widersprüchlich. Tatsächlich kann man Natrium-Ionen-Akkus mit bis zu -20 °C (manche Modelle sogar bis -30 °C) laden. Aber nicht LiFePo4.

    Quelle: https://www.bulltron.de/batterien-12v/12v-55ah-starter-polar

    Ist so ein Akku überhaupt für Wohnmobile/Transporter geeignet?

    Die 55Ah Polar hat diese Werte:
    Max. Ladestrom: 700A

    Dauer Entladestrom: 300A

    Max. Entladestrom: 1400A


    Die 105A Polar hat diese Werte:
    Max. Ladestrom: 1000A

    Dauer Entladestrom: 600A

    Max. Entladestrom: 2000A

    Ich bleibe aber bei meiner Meinung, das eine Lithium nicht die AGM Starterbatterie ersetzen sollte. Die Gründe habe ich oben schon beschrieben.


    UND:
    Kaltstrom 1500A? Für 1500 A (Spitze): Bei 2 Metern Länge Kabel sollten diese einen Querschnitt von mindestens 95 mm² haben. Wenn das Auto vorglüht und auch der Anlasser dreht, dann fließen da schon ganz ordentlich viel Ampere über die Leitung. Der 2.2 Multijet Dieselmotor zieht während des Startvorgangs, wenn gleichzeitig vorgeglüht wird, in der Spitze eine Stromstärke von etwa 350 bis 550 Ampere.
    Was ist wenn das Fahrzeug zwar startet, aber nicht anspringt? Ich bin mir sicher, das das BMS vom Akku nach 30-60 Sekunden schlapp macht. Das wird vielleicht eine schöne Rauchwolke geben.
    Außerdem entnehme ich der Herstellerseite, das die Bulltron auch mit hohen Strömen geladen werden kann. Dafür muss der Querschnitt passen. Und die arme Lichtmaschine (180 Watt?) ist eigentlich gar nicht dafür vorgesehen, so viel Power abzugeben. Im Stau wird das dann dramatisch, weil das Lüftungsmanagement mangelhaft ist. Es gibt ja keine Leistungsbegrenzung, so wie bei einem Booster.

    Bei modernen Fahrzeugen muss, wenn das überhaupt möglich ist, die Batterie als Lithium angelernt werden. Dann könnte man vielleicht eine Ladekennlinie anpassen. Auch die Systeme und das Bordnetzsteuergerät muss davon wissen.

    Ich würde keine Lithium als Starterbatterie einbauen nicht einbauen.
    (Geht bei mir sowieso nicht, weil ich hydraulische Hubstützen habe.)

    Viele Grüße! Thomas

    Hobby Maxia Van ET

    Geht nicht, gibt´s nicht.

    Nachgerüstet: Dimmbare Außenbeleuchtung, Gasdruckdämpfer Bettgestell, CAN-Bus-Alarm, Solar, Booster, DC-DC Wandler, Victron Cerbo mit Touch Display, 1600VA Wechselrichter, 2x100A Lithium (mit Heizung), Autom. Abwasserventil mit Kamera und Funk, Android Auto PC, LED Kennzeichenbeleuchtung, LED-Scheinwerfer, LTE mit WLAN, SmartTV, 18Zoll Borbet, SOG, Victron, Alcantara Lenkrad

  • Hallo,

    dann schaut euch mal das Video an, wie die LiMa auf Überlastung reagiert.

    AGM auf LIthium getauscht.

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    Viele Grüße! Thomas

    Hobby Maxia Van ET

    Geht nicht, gibt´s nicht.

    Nachgerüstet: Dimmbare Außenbeleuchtung, Gasdruckdämpfer Bettgestell, CAN-Bus-Alarm, Solar, Booster, DC-DC Wandler, Victron Cerbo mit Touch Display, 1600VA Wechselrichter, 2x100A Lithium (mit Heizung), Autom. Abwasserventil mit Kamera und Funk, Android Auto PC, LED Kennzeichenbeleuchtung, LED-Scheinwerfer, LTE mit WLAN, SmartTV, 18Zoll Borbet, SOG, Victron, Alcantara Lenkrad

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